WEB 2.0 – Der Bericht

22. August 2006

Vorwort

Nach dem ich selbst sehr lange am Recherchieren war um für mich selbst die besten und sinnvollsten Dienste im Internet zu finden, werde ich meine Ergebnisse hier für euch veröffentlichen.

Die Arbeit ist jetzt gar nicht mehr so viel, da ich das Meiste mitdokumentiert habe und dabei auch gleich wieder andere Tools testen konnte. Zum Beispiel Google Spreedsheeds, das Excel-für-unterwegs.
Im Word Wide Web hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Alles ist dynamischer geworden, die Benutzer tragen viel mehr zum Inhalt bei und es wird jetzt richtig geteilt im Netz. :)

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist WEB 2.0?
  2. Geschichte
  3. Zukunft
  4. Google - hat Großes vor
  5. WebLog
  6. Social Bookmarks
  7. RSS Feedreader
  8. Startpages
  9. Das Online Büro

Was ist Web 2.0?

WEB 2.0 ist keine Programmier- oder Scriptsprache, es ist auch keine Datenbank oder irgend eine andere Software oder Hardware.
Nein, WEB 2.0 ist mehr eine logische Sache.
Ein Oberbegriff für neue Techniken, Design, Darstellung, Anteilnahme, Veröffentlichung, Austausch und Sozialisierung im Internet. Die Liste der Stichwörter könnte man noch sehr lange weiter führen.

Der Begriff WEB 2.0 ist sehr schwammig und wird glaub ich von fast jedem Menschen anders gedeutet. Im Endeffekt ist es ein Kunstwort, das von zwei Männern für eine Marketingstrategie erfunden wurde.

Dale Dougherty und Craig Cline planten 2004 eine Konferenz, für die sie WEB 2.0 als Slogan verwendeten.
WEB 2.0 bedeutet für mich Veränderung!

Begriffe: RSS, Blog, Trackback, Pingback, ATOM, Social Bookmarks, AJAX, GoogleMaps, ....

Geschichte

Die Anfänge des Web haben mit dem heutigen WWW nicht mehr viel gemeinsam. Die Nutzer waren hauptsächlich Universitäten, die das neue Medium zum Datenaustausch und zur Kommunikation nutzten. WEB 0.5 ab 1988
Mit WEB 1.0 wurde das Internet erst richtig populär. Aus dieser Zeit stammen die einfachen statischen WebSeiten, wie es heute noch viele gibt. Es war eine reine Einwegkommunikation, d.h. vom Betreiber der Seite werden Infomationen angeboten und die Nutzer können diese lesen.

Mehr Dynamik kam erst 1996 mit WEB 1.5 ins Spiel. Die Seiten werden dynamisch mit Hilfe von Scriptsprachen und Datenbanken aufgebau und können von Benutzer zu Benutzer andere Inhalte anzeigen. Internet-Surfer könen jetzt auch aktiv am Informationsgehalt teilhaben. Es ist die Zeit der Internet Foren und Portale. Es wird ein großes Augenmerk auf das Design gelegt.

Ab 2004 begann erst so richtig die Veränderung zu dem was wir heute WEB 2.0 nennen. Im Vordergrund steht der Informationsgehalt und nicht mehr das Aussehen des Dargebotenen. Das Internet ist ein Web von Benutzern für Benutzer. Es werden Dienste vom Arbeitsplatz ins Web verlegt (Bookmarks, Writley) und umgekehrt (Google Suche am lokalen Rechner).
Typisch sind Anwendungen wie Blogs, Social Bookmarks und Wikis, jeder kann Texte verfassen und diese der Welt zur Verfügung stellen.
Übersicht:

ProgrammierSprachen Server Inhalt
WEB 0.5 Herstellerspezifisch Herstellerspezifisch eMail, Newsgroups
WEB 1.0 HTML WebServer statischer Text
WEB 1.5 HTML, PHP, ASP, JavaScript Webserver, MySQL dynamische Portale, Foren, CMS
WEB 2.0 XHTML, PHP, ASP JavaScript Webserver, MySQL, u.v.m Blogs, Wikis, Social Bookmarks, Officeanwendungen

Zukunft

Das Internet ist ein sehr schnelllebiges Medium, die meisten Benutzer bekommen von den Veränderungen gar nichts mit.
In der Zukunft wird es keine Rolle mehr spielen ob die Daten auf dem eigenen Rechner gespeichert werden und über installierte Programme abgerufen werden, oder auf irgendeinen Server im Internet am anderen Ende der Welt. Sehr viele Programme werden Browserbasierend sein und müssen vorher nicht mehr installiert werden. Wenn man sich Googles Spreedsheet anschaut bekommt man einen Eindruck davon wie leistungsstark diese Web-Anwendungen sind.

Google - hat großes vor

Was Microsoft bei herkömmlicher Software und Betriebssystemen ist, ist Google im Online Geschäft.

Für die meisten ist Google nur eine Suchmaschine, aber Google kann viel mehr!

Du willst eMails schreiben? --> gMail
Du brauchst einen Kalender? --> Google Calendar
Du willst einen Ersatz für Excel, der überall verfügbar ist? --> Google Spreedsheets
Ratet mal mit was ich diesen Artikel hier verfasse. Richtig: Googles Writely
Diese Liste könnte man noch sehr lange weiter führen, es sind schon mehr als 50 verschiedene Dienste die Google im Internet anbietet. Beinahe ein vollständiges WEB 2.0 Office.

Jens Minor hat auf seinem Blog eine vollständige Liste aller Google Dienste.

PINKY: Hey Brain, was wollen wir denn heute Abend machen?

BRAIN: Genau dasselbe wie jeden Abend, Pinky: Wir versuchen, die Weltherrschaft an uns zu reißen!

So ähnlich, wie das Zitat von The Pinky and The Brain, kommt mir das vor. Ich mag die Google Tools zwar sehr gerne und benutze auch viele von ihnen, allerdings muss man auf kurz oder lang eine Monopolstellung befürchten.
Die Zukunft wird es weisen.

WebLog

Das Wort Weblog setz sich aus den Wörtern Web und Log zusammen. Meist wird aber die Abkürzung Blog verwendet. Wer einen Blog betreibt wird Blogger gennant. Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Blogs. Zb.: persönliche Weblogs, Bilder Blogs, VideoBlogs oder Korporate Blogs.

Die ersten Blogs entstanden Mitte der 90er Jahre in den USA, 2000 wurden sie dann auch bei uns in Europa populär. Im Vergleich zu Amerika ist der deutschsprachige Raum noch immer Blogging faul. Ein Großteil aller erstellten Blogs sind Sternschnuppen, sie werden online gestellt, es gibt 5 Beiträge und das wars dann wieder.
Für einen erfolgreichen Blog benötigt man Ausdauer, viel Zeit und Ideen für neue Beiträge.

Wer sich nicht selbst einen Webspace mieten will und das eigene WebLog installieren will, wird bei freien Bolg Anbietern wie Blogger oder Wordpress.com fündig und damit auch sehr zufrieden sein. Für die Bastler und Programmierer wird ein selbst installierter Blog aber eher die Erfüllung sein. Wordpress, Movable Type und TextPattern sind hier die wichtigsten Vertreter.

Social Bookmarks

Soziale Lesezeichen sind die typische WEB 2.0 Anwendungen.
Man kann von jedem Rechner mit Internetanschluss auf seine Bookmarks zugreifen und neue hinzufügen. Wer will, kann sie mit der ganzen Welt teilen oder sie nur für sich ganz privat verwenden.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Lesezeichen nicht auf dem eigenen Rechner gespeichert werden und so von einem Systemzusammenbruch verschont bleiben. Auch beim neu Installieren des Rechners müssen sie nicht vorher noch extra gesichert werden. Wie bei fast allem im neuen Web gibts es hier natürlich auch Tags, weche zum Beschlagworten und schnellen Wiederfinden der Links verwendet werden.

Einige Beispiele:

Diigo ist mein persönlicher Favorit.
Der Dienst ist noch ziemlich neu und hat die besten Features.

Diigo, I'm calling it - del.icio.us with brains

Dem kann ich nur zustimmen!

del.icio.us ist der Klassiker und auch meist verwendetste Bookmark Dienst, wenn es Diigo nicht geben würde, würde ich del.icio.us verwenden.
Es gibt nur wenige Blogs, die nicht einen Bookmark Link für del.icio.us bereitstellen.

Google Bookmarks, natürlich ist auch hier Google vertreten.
Allerdings sind die Funktionen im Vergleich zu den Mitstreitern sehr begrenzt. Aber Google wird auch hier die Funktionen noch erweitern. Der Vorteil ist, dass man sich nur einmal mit dem Google Account anmelden muss und dann alle weiteren Anwendungen genutzt werden können.

Wer sich für social bookmarking entscheidet hat die Qual der Wahl. Die drei oben genannten sind nur eine sehr kleine Auswahl an Bookmark Anbietern.
Weitere: Spurl, Furl, Shadows, Netvouz, Simpy, blogmarks,...

RSS Feedreader

Feeds sind eine tolle Sache. Ich habe mir alle Seiten die ich regelmässig lese abboniert. So bin ich immer auf dem neuesten Stand.
Der große Vorteil ist die Zeitersparnis, da man nicht immer alle Seiten abgrasen muss auf der suche nach einem neuen Artikel. Wenn es auf der gewünschten Seite einen neuen Post gibt, erscheint dieser automatisch in meinem Feedreader.

Bloglines ist der Reader, der meiner Meinung nach am meisten verwendet wird.
Die Oberfläche ist in englisch gehalten. Die Feeds können nach belieben in Ordner einsortiert werden, was die Übersicht enorm verbessert. Neben den gängigen Reader Funktionen, steht jedem Benutzer ein eigener Blog zur Verfügung. Die Möglichkeiten des eigenen Blog sind zwar auf ein Minimum beschränkt, aber immerhin.

Newsgator ist leider ebenfalls nur in englisch verfügbar.
Die Oberfläche wirkt sehr aufgeräumt und das einfache Handling ermöglicht ein schnelles Durcharbeiten der einzelnen News. Wer auf der Suche nach einem Newsreader ist sollte sich diesen auf jeden Fall ansehen.

Google Reader ist der Reader für den ich mich entschieden habe.
Anfangs ist er allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man sich einige Zeit damit befasst hat kann das moderne Design und Handling sehr gut überzeugen.

Auch hier hab ich wieder nur eine kleine Auswahl vorgestellt.
Weitere: Pluck, Rojo, Feedmarker, Newsalloy, Sage RSS, ...

Startpages

Startseiten dienen als persönliche Startseite, wenn man den Browser startet. Sie können nach den eigenen Wünschen konfiguriert werden. Je nach Belieben werden verschiedene Module hinzugefügt und konfiguriert. Die eigene Startseite könnte zum Beispiel die wichtigsten Links enthalten, einen Kalender, eine Todo Liste, eine Google Suchmaske und eine Video Vorschau für YouTube.

Googles personaliesierte Startseite bietet sehr viele Erweiterungen.
Für diese Startpage gibt es so ziemlich jedes erdenkliche Modul, allerdings sollte man damit sparsam umgehen, da sonst die Ladezeit zu hoch ausfällt. Mit den richtigen Modulen bestück hat man hier einen sehr sinnvollen Einstieg ins WWW.

Netvibes eine sehr schöne und moderne Startseite.

Von gMail bis zu Lesezeichen sind auch hier die wichtigsten Inhalte verfügbar. Optisch ist das Ganze sehr ansprechend. Auch die Funktion kann überzeugen, wie bei allen anderen Mitstreitern können die Fenster per Drag and Drop über den Bildschirm verteilt und angeordnet werden.

EyeOS erinnert sehr stark an eine herkömmliche Desktop Oberfläche wie Windows oder OSX.

Das Design kann über vorgefertigte Themes an die eigenen Vorlieben angepasst werden. Ganz unten befindet sich eine Taskleiste über die die gewünschten Programme gestartet werden. Die Fenster können frei plaziert werden und nicht nur in vorgegeben Spalten, wie es bei den beiden zuvor vorgestellten Kontrahenten der Fall ist.

Weitere: 30boxes, Windows Live, pageflakes, youOS, ..

Das Online Büro

Es gibt natürlich noch viele, viele weitere Online Dienste, die einem das Arbeiten auf unterschiedlichen Rechnern vereinfachen. Unter den ganzen Anbietern sticht Google stark hervor, das Angebot ist fast vollständig.

Ich will die Länge des Artikels nicht überstrapazieren, deshalb mache ich jetzt mal schluss.

Mein persönliches Web Office werde ich im nächsten Beitrag vostellen.

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , ,

Keine Kommentare to “WEB 2.0 – Der Bericht”

  1. Richard Says:

    Hallo,
    vielen Dank für die Erwähnung und dein Lob unseres Services. Sehr schön zu sehen, dass Diigo jetzt auch in Österreich schon einige Freunde gefunden hat!

    Viele Grüße,
    Richard

  2. joe Says:

    Ist ja auch das beste Service seiner Art!

    Übrigens, ist angedacht das Service auch in deutsch an zu bieten?

  3. Robert Wetzlmayr Says:

    Bezüglich Google Spreadsheets bin ich der Meinung, dass man mit iRows wesentlich besser fährt (wenn man nicht auf die “Marke” Google abfährt, sondern nach den Funktionen urteilt.

    Was denkst Du?

  4. Richard Says:

    @joe: Ja, mehrere Sprachen sind geplant, allerdings noch nicht ganz so bald.

  5. joe Says:

    Hallo Robert,
    iRows kannte ich noch garnicht. Werd ich mir mal ansehen. Aber ,ja ich steh auf Google.

    @Richard
    hört sich ja gut an :)

  6. Mein Web-Office Says:

    [...] Nach dem Artikel WEB 2.0 – Der Bericht folgt hier eine kleine Fortsetzung und Vervollständigung. Die folgenden Dienste sind meine persönliche Auswahl an Web-Diensten. Den Großteil davon verwende ich fast Täglich. Das Arbeiten im Browser vereinfacht mir das Leben sehr, da ich immer und überall meine gewohnten Programme und meine Daten mit habe. Auch großartiges installieren am Desktop entfällt. Meine Auswahl ist sehr Google-Lastig, aber der Riese hat einfach die Nase vorne. [...]

  7. Web 2.0 Freak Says:

    Hi Joe, sehr ausführlicher und spannend zu lesender Bericht. Ich hab schon eine Weile nach “Basisliteratur” gesucht; aber obwohl der Begriff so dermaßen gehyped wird, gibt’s da weniger, als man vermuten könnte.

  8. joe Says:

    Danke für die Blumen :)

Hinterlasse eine Antwort